Schraubenlose Implantate: Funktionsweise und Behandlungsschritte

Schraubenlose Implantate gelten als eine ästhetisch ansprechende Variante des Zahnersatzes, bei der auf sichtbare Schraubenöffnungen in der Krone verzichtet wird. Viele Patientinnen und Patienten in Deutschland fragen sich, wie diese Technik genau funktioniert, welche Behandlungsschritte auf sie zukommen und ob sie sich von klassischen Implantaten deutlich unterscheidet. Der folgende Überblick erklärt die wichtigsten Punkte verständlich und neutral.

Schraubenlose Implantate: Funktionsweise und Behandlungsschritte

Schraubenlose Zahnimplantate wecken bei vielen Menschen Interesse, die sich einen möglichst natürlichen und unauffälligen Zahnersatz wünschen. Gemeint sind Versorgungen, bei denen die eigentliche Krone nicht über einen von außen zugänglichen Schraubenkanal, sondern meist über Zement oder spezielle Klebe‑ bzw. Friktionsmechanismen befestigt wird. Um die Entscheidung zwischen schraubenloser und klassischer Versorgung fundiert treffen zu können, lohnt sich ein genauer Blick auf Aufbau, Ablauf und Vor- sowie Nachteile.

Schraubenlose Zahnimplantate – was bedeutet das?

Der Begriff schraubenlose Zahnimplantate beschreibt in der Regel nicht das Implantat im Knochen selbst, sondern die Art, wie die darauf sitzende Krone befestigt wird. Klassische, verschraubte Lösungen besitzen eine kleine Öffnung in der Krone, durch die eine Fixierschraube angezogen werden kann. Bei schraubenlosen, häufig zementierten oder einteiligen Implantaten entfällt diese Öffnung. Das Ergebnis ist eine geschlossene, glatte Kaufläche, die optisch einer natürlichen Zahnkrone sehr ähnlich sieht und keine kleine Füllung über dem Schraubenkanal benötigt.

In der Praxis werden häufig zwei Varianten verwendet: einteilige Implantate, bei denen Implantatkörper und Aufbau fest verbunden sind, und zweiteilige Systeme, bei denen ein separates Abutment mit der Krone verklebt oder zementiert wird. Beide Ansätze kommen ohne von außen zugängliche Schraube in der Krone aus, auch wenn im Inneren des Implantats durchaus Gewinde vorhanden sein können.

Wie funktionieren Implantate ohne sichtbare Schrauben?

Funktionell erfüllen schraubenlose Implantate denselben Zweck wie klassische: Sie ersetzen die Zahnwurzel und übertragen Kaukräfte in den Kieferknochen. Nach der Planung mittels Röntgenaufnahme oder 3D-Aufnahme wird das Implantat unter lokaler Betäubung in den Knochen eingebracht. Es heilt in den folgenden Wochen bis Monaten ein und verbindet sich über die sogenannte Osseointegration fest mit dem Knochen.

Im nächsten Schritt wird ein Aufbau vorbereitet, auf dem die Krone befestigt wird. Bei schraubenlosen Systemen geschieht dies meist über Zement oder spezielle Haftstrukturen, die Krone und Aufbau formschlüssig verbinden. Die Haltekraft entsteht somit nicht über eine Fixierschraube, sondern über Klebetechnik oder Friktion. Wichtig ist dabei, dass überschüssiger Zement sorgfältig entfernt wird, um Reizungen des Zahnfleisches zu vermeiden. Die Belastbarkeit im Alltag ist bei fachgerechter Ausführung mit klassischen Systemen vergleichbar.

Schraubenlos oder klassisch – wie läuft die Behandlung?

Der grundsätzliche Ablauf der Behandlung ähnelt sich, egal ob schraubenlose oder verschraubte Implantate geplant werden. Zunächst steht immer die ausführliche Untersuchung mit Anamnese, klinischer Befundaufnahme und bildgebender Diagnostik. Darauf aufbauend erstellt die Praxis einen Behandlungsplan, der Anzahl, Position und Art der Implantate festlegt.

Die chirurgische Einbringung des Implantats läuft weitgehend identisch ab. Unterschiede zeigen sich vor allem in der prothetischen Phase: Bei verschraubten Kronen kann die Verbindung später relativ einfach gelöst werden, was bei komplexen Korrekturen vorteilhaft ist. Schraubenlose, zementierte Versorgungen sind stärker auf einen präzisen Sitz der Krone ausgerichtet und werden in der Regel nur im Bedarfsfall wieder abgenommen. Für Patientinnen und Patienten äußern sich die Unterschiede vor allem in der Gestaltung der Krone und in kleinen Details bei Nachsorge und eventuellen Reparaturen.

Vorteile: weniger Schmerz, Heilung und Ästhetik

Viele Personen verbinden schraubenlose Implantate mit der Erwartung nach weniger Schmerz und einer schnelleren Heilung. Tatsächlich hängt das Schmerzempfinden nach der Operation jedoch vor allem von der chirurgischen Vorgehensweise, dem persönlichen Schmerzempfinden und Begleitfaktoren wie Knochenaufbau oder Anzahl der Implantate ab. Ob die spätere Krone verschraubt oder zementiert wird, spielt für die unmittelbare Wundheilung meist eine untergeordnete Rolle.

Deutlicher sind die Unterschiede bei der Ästhetik und beim Tragegefühl: Da keine Öffnung für eine Schraube verschlossen werden muss, wirkt die Kaufläche besonders geschlossen und harmonisch. Bei Frontzähnen kann dies helfen, sichtbare Füllungen oder leichte Verfärbungen im Bereich des Schraubenkanals zu vermeiden. Gleichzeitig ermöglichen schraubenlose Versorgungen oft eine etwas feinere Anpassung der Form, weil kein Platz für den Schraubenkanal eingeplant werden muss. Für viele Patientinnen und Patienten ist dies im Alltag allerdings eher ein Detail als ein entscheidender Faktor.

Sind schraubenlose Implantate für Sie geeignet?

Ob schraubenlose Implantate die passende Option sind, hängt von einer Reihe individueller Kriterien ab. Dazu zählen die Knochensituation, die Lage des geplanten Implantats, die Mundhygiene, eventuelles Knirschen, allgemeine Erkrankungen sowie ästhetische Wünsche. In Bereichen mit sehr hoher Belastung oder komplexen prothetischen Konstruktionen können verschraubte Lösungen Vorteile bei Wartung und Reparatur haben. Dagegen spielen schraubenlose Kronen ihre Stärken häufig im sichtbaren Bereich aus, wenn eine besonders unauffällige Optik gewünscht ist.

Wichtig ist, dass die Entscheidung nicht isoliert für oder gegen eine Schraube getroffen wird. Sie ist Teil eines Gesamtkonzepts, das die Situation aller Zähne, des Zahnfleisches und des Kiefers berücksichtigt. Moderne Implantologie in Deutschland bietet meist beide Varianten an und wählt auf Basis der individuellen Befunde eine passende Lösung aus.


Produkt bzw. Versorgung Anbieter in der Praxis Wichtige Merkmale Kostenschätzung pro Einheit in Deutschland
Schraubenlose, zementierte Implantatkrone Zahnärztliche Praxis Geschlossene Kaufläche, keine Schraubenöffnung ca. 1.800–3.500 € inkl. Krone
Verschraubte Implantatkrone Zahnärztliche Praxis Krone mit Zugangskanal für Schraube, gut reversibel ca. 1.800–3.500 € inkl. Krone
Festsitzende Keramikbrücke ohne Implantat Zahnärztliche Praxis Ersatz mehrerer Zähne, Stütze durch Nachbarzähne ca. 1.200–3.000 € pro Brückenspanne

Preise, Raten oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird empfohlen, bevor finanzielle Entscheidungen getroffen werden.


Fazit

Schraubenlose Implantate stellen eine etablierte Versorgungsform dar, bei der vor allem die Gestaltung der Krone und die Art der Befestigung im Vordergrund stehen. In Bezug auf Stabilität und Funktion können sie klassischen, verschraubten Lösungen gleichwertig sein, sofern sie fachgerecht geplant und umgesetzt werden. Unterschiede zeigen sich besonders bei Ästhetik, Wartungsaufwand und Handhabung im Falle späterer Anpassungen.

Ob sich im Einzelfall eine schraubenlose oder eine verschraubte Versorgung anbietet, lässt sich nur im Rahmen einer individuellen zahnärztlichen Untersuchung klären. Entscheidend ist ein Gesamtkonzept, das medizinische Voraussetzungen, persönliche Wünsche und langfristige Mundgesundheit in Einklang bringt.

Dieser Artikel ist nur zu Informationszwecken bestimmt und stellt keine medizinische Beratung dar. Bitte konsultieren Sie eine qualifizierte medizinische Fachkraft für eine persönliche Einschätzung und Behandlung.