GEG-Anforderungen am Dach: U-Werte, Luftdichtheit, Nachweise

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt fest, welche energetischen Standards Dächer in Deutschland erfüllen müssen. Entscheidend sind U-Werte für den Wärmeschutz, die Luftdichtheit der Hülle und belastbare Nachweise. Dieser Beitrag erklärt die Grenzwerte, die praktische Umsetzung bei Sanierungen und Neubauten sowie typische Kosten, Zuschüsse und Dokumentationspflichten.

GEG-Anforderungen am Dach: U-Werte, Luftdichtheit, Nachweise

Das Dach prägt die Energiebilanz eines Hauses maßgeblich. Das GEG verlangt bei Sanierung und Neubau nicht nur gute Wärmedämmung, sondern auch eine dauerhaft luftdichte Ausführung und nachvollziehbare Nachweise. In der Praxis zählen U-Wert-Berechnung, ein funktionssicherer Schichtenaufbau (inklusive Dampfbremse) und – idealerweise – eine Blower-Door-Prüfung. Wer förderfähig sanieren möchte, bindet früh eine Energieberatung ein und plant die Dokumentation von Anfang an mit.

Energetische Dachsanierung: Kosten, Förderung, Nutzen

Für bestehende Gebäude gelten bei Änderungen an mehr als 10 Prozent der Dachfläche in der Regel Bauteil-Grenzwerte. Häufig wird für geneigte Dächer oder die oberste Geschossdecke ein U-Wert von maximal 0,24 W/(m²·K) gefordert; im Neubau orientiert sich der Nachweis am Referenzgebäude, dessen Dach typischerweise bei etwa 0,20 W/(m²·K) liegt. Die Wirtschaftlichkeit hängt von Bestand, Materialwahl und Bauverfahren ab. Förderungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM, BAFA) sind bei der Gebäudehülle möglich: üblicherweise 15 Prozent Basiszuschuss, plus 5 Prozent iSFP-Bonus bei individuellem Sanierungsfahrplan. Realistisch sind Amortisationszeiten zwischen rund 10 und 25 Jahren – je nach Energiepreisen und Ausgangszustand.

Dach dämmen: Preise, Materialien, Zuschüsse

Zur Einhaltung der U-Werte kommen verschiedene Systeme infrage. Typische Varianten sind Zwischensparrendämmung (Mineralwolle λ ≈ 0,032–0,040; für U ≈ 0,24 oft 16–20 cm), Aufsparrendämmung (PIR/PUR λ ≈ 0,022–0,027; für U ≈ 0,20 oft 12–16 cm) oder Holzfaser (λ ≈ 0,036–0,046; für U ≈ 0,24 häufig 18–24 cm). Materialpreise bewegen sich grob bei 10–30 €/m² (Mineralwolle), 30–60 €/m² (PIR/PUR) und 25–50 €/m² (Holzfaser). Eingebaut mit luftdichter Ebene, Lattung und Innenbekleidung ergeben sich – je nach Vorgehen – Gesamtkosten von etwa 120–200 €/m² (Zwischensparren, innen ausgebaut) bis 250–400 €/m² bei Aufsparrendämmung inklusive Neueindeckung. Zuschüsse über BEG EM reduzieren die Nettokosten, wenn die technischen Mindestanforderungen und die Einbindung eines gelisteten Energieeffizienz-Experten erfüllt sind.

Dachsanierung planen: Realistische Kosten, Förderungen

Am Anfang stehen Bestandsaufnahme und Zieldefinition: Soll nur die Dämmung verbessert werden oder ist eine komplette Neueindeckung sinnvoll? Ein Sanierungsfahrplan priorisiert Maßnahmen und sichert Förderfähigkeit. Planerisch entscheidend sind die U-Wert-Berechnung, die Lage der Dampfbremse (DIN 4108-7), die Ausführung von Anschlüssen sowie die Vermeidung von Wärmebrücken (z. B. mit genormten Detailkatalogen oder rechnerischem Nachweis). Bei Eingriffen in tragende Teile sind statische Fragen und ggf. Genehmigungen zu klären. Für die Förderung benötigen Antragstellende in der Regel eine Bestätigung vom Energieeffizienz-Experten und die Fachunternehmererklärung als Nachweis der normgerechten Ausführung.

Energieeffizientes Dach: Maßnahmen, Zuschüsse, Amortisation

Neben der Dämmstärke ist die Luftdichtheit zentral. Ein Leck in der Ebene der Dampfbremse führt zu Konvektion, Feuchteeintrag und Bauschäden. Übliche Grenzwerte für die Luftwechselrate n50 liegen bei 3,0 h⁻¹ (ohne Lüftungsanlage) bzw. 1,5 h⁻¹ (mit Lüftungsanlage). Ein Blower-Door-Test prüft dies. Wirtschaftlich lässt sich die Amortisation überschlägig mit Einsparungen durch reduzierte Heizwärme berechnen; zusätzliche nicht-monetäre Effekte sind höherer Komfort, Schallschutz und Werterhalt. Förderungen setzen die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen voraus; der iSFP-Bonus belohnt die Einbettung in eine Gesamtstrategie.

Dach energetisch sanieren: Was jetzt wichtig ist

  • U-Werte: Bei Sanierung meist ≤ 0,24 W/(m²·K) für Dachflächen/oberste Geschossdecke. Für Neubauten gilt der Nachweis über das Referenzgebäude.
  • Luftdichtheit: Konzept nach DIN 4108-7; Anschlüsse und Durchdringungen mit geprüften Systemen ausführen; Qualitätssicherung durch Blower-Door sinnvoll.
  • Nachweise: Fachunternehmererklärung, ggf. Berechnungen nach DIN V 18599, Dokumentation der Details (Fotos, Lieferscheine, Produktdatenblätter). Bei geförderten Projekten: Einbindung eines Energieeffizienz-Experten und fristgerechte Antragstellung.
  • Bauphysik: Tauwasserschau, Wärmebrückenbehandlung, Brandschutz, Schallschutz und sommerlicher Wärmeschutz berücksichtigen.

Im Folgenden finden Sie beispielhafte Anbieter- und Kostenrahmen zur Orientierung in Deutschland.


Produkt/Leistung Anbieter/Hersteller Kostenschätzung
Zwischensparrendämmung (Mineralwolle) Rockwool 120–200 €/m² inkl. Folie & Montage
Aufsparrendämmung (PIR/PUR) mit Neueindeckung BauderPIR (Paul Bauder GmbH) 250–400 €/m² inkl. Eindeckung
Aufsparrendämmung (Holzfaser) STEICO 260–420 €/m² inkl. Eindeckung
Luftdichtheitssystem (Dampfbremse+Bänder) pro clima / SIGA 30–50 €/m² zusätzlich
Blower-Door-Messung Einfamilienhaus BlowerDoor GmbH 350–600 € je Gebäude

Die in diesem Artikel genannten Preise, Sätze oder Kostenschätzungen basieren auf den aktuell verfügbaren Informationen und können sich im Laufe der Zeit ändern. Unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.

Fazit: Das GEG verlangt am Dach eine Kombination aus ausreichender Dämmung, nachweisbarer Luftdichtheit und sauberer Dokumentation. Wer Planung, Materialwahl und Ausführung aufeinander abstimmt und Förderbedingungen einhält, erreicht die geforderten U-Werte, reduziert Wärmeverluste und minimiert Bauschadensrisiken. Realistische Kostenansätze und eine Qualitätssicherung – idealerweise inklusive Blower-Door-Test – machen die Sanierung technisch belastbar und wirtschaftlich nachvollziehbar.