Energiewende im Altbau: Heizen ohne Komplettsanierung

Viele Besitzer von Altbauten stehen vor der Herausforderung, ihre veralteten Heizsysteme zu modernisieren, ohne dabei eine kostspielige Komplettsanierung durchführen zu müssen. Hochtemperatur-Wärmepumpen bieten eine innovative Lösung für diese Problematik und ermöglichen es, auch ungedämmte Gebäude effizient zu beheizen. Diese Technologie macht die Energiewende auch für ältere Immobilien zugänglich, ohne dass umfangreiche bauliche Maßnahmen erforderlich sind.

Energiewende im Altbau: Heizen ohne Komplettsanierung

Die Modernisierung der Heiztechnik in älteren Gebäuden gilt oft als komplexes Unterfangen. Während herkömmliche Wärmepumpen meist eine umfassende Dämmung voraussetzen, eröffnen Hochtemperatur-Wärmepumpen neue Möglichkeiten für Altbauten. Diese Systeme können Vorlauftemperaturen von bis zu 70°C erreichen und damit auch ältere Heizkörper effektiv versorgen.

Hochtemperatur-Wärmepumpen: Effizient heizen im ungedämmten Altbau

Hochtemperatur-Wärmepumpen unterscheiden sich von konventionellen Modellen durch ihre Fähigkeit, deutlich höhere Temperaturen zu erzeugen. Während Standard-Wärmepumpen optimal bei Vorlauftemperaturen zwischen 35°C und 45°C arbeiten, können HT-Wärmepumpen Temperaturen bis zu 70°C erreichen. Dies macht sie besonders geeignet für Altbauten mit bestehenden Heizkörpern und unzureichender Dämmung.

Funktionsweise: Wie Hochtemperatur-Wärmepumpen hohe Wärme liefern

Das Grundprinzip bleibt dasselbe wie bei herkömmlichen Wärmepumpen: Ein Kältemittel nimmt Wärme aus der Umgebung auf und gibt sie über einen Verdichter an das Heizsystem ab. Bei HT-Wärmepumpen kommen jedoch spezielle Kältemittel und mehrstufige Verdichtersysteme zum Einsatz. Zweistufige Kompressoren oder Kaskadensysteme ermöglichen es, die erforderlichen hohen Temperaturen zu erreichen, ohne dabei die Effizienz drastisch zu reduzieren.

Effizienz und Wirtschaftlichkeit: Kosten sparen im Altbau

Trotz der höheren Vorlauftemperaturen erreichen moderne HT-Wärmepumpen noch immer respektable Jahresarbeitszahlen zwischen 2,5 und 3,5. Dies bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom zwischen 2,5 und 3,5 Kilowattstunden Wärme erzeugt werden. Verglichen mit einer alten Ölheizung können Hausbesitzer ihre Heizkosten um 30 bis 50 Prozent reduzieren, abhängig von den aktuellen Energiepreisen und dem Gebäudezustand.

Altbau-Herausforderung: Warum HT-Wärmepumpen ungedämmte Häuser wärmen

Ungedämmte Altbauten benötigen aufgrund ihrer höheren Wärmeverluste deutlich mehr Heizenergie. Die großen Heizkörper in diesen Gebäuden sind für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt und können ihre Wärme nur bei entsprechenden Temperaturen effektiv abgeben. HT-Wärmepumpen schließen diese Lücke, indem sie die erforderlichen Temperaturen liefern, ohne dass eine kostspielige Sanierung der Gebäudehülle oder ein Austausch der Heizkörper erforderlich ist.


Anbieter Modell Leistung Vorlauftemperatur Geschätzte Kosten
Viessmann Vitocal 350-HT 6-16 kW bis 70°C 15.000-25.000 €
Daikin Altherma 3 HT 4-16 kW bis 70°C 12.000-22.000 €
Mitsubishi Ecodan HT 8-14 kW bis 65°C 13.000-20.000 €
Wolf CHA Monoblock HT 6-20 kW bis 65°C 14.000-24.000 €
Vaillant aroTHERM plus HT 5-15 kW bis 70°C 13.500-23.000 €

Die Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.


Planung & Fördermöglichkeiten für Ihre Hochtemperatur-Wärmepumpe

Die Installation einer HT-Wärmepumpe erfordert eine sorgfältige Planung durch einen Fachbetrieb. Wichtige Faktoren sind die Heizlast des Gebäudes, die vorhandene Elektroinstallation und der verfügbare Aufstellplatz. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt den Einbau von Wärmepumpen mit bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten. Zusätzlich können regionale Förderprogramme der Länder und Kommunen in Anspruch genommen werden.

Die Kombination aus staatlicher Förderung und langfristigen Energieeinsparungen macht HT-Wärmepumpen zu einer attraktiven Alternative für Altbaubesitzer. Mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren amortisiert sich die Investition meist innerhalb von 8 bis 12 Jahren, abhängig von den individuellen Gegebenheiten und der Preisentwicklung bei fossilen Brennstoffen.