DHT und genetische Muster: Was sie für Haarausfall bedeuten

Dihydrotestosteron (DHT) und genetische Veranlagung prägen, wie unsere Haarfollikel auf Hormone reagieren. Dieser Überblick erklärt die biologischen Mechanismen hinter erblich bedingtem Haarausfall, ordnet den Einfluss von Nährstoffen ein und zeigt, welche natürlichen und klinischen Optionen es in der Schweiz gibt – für Frauen und Männer.

DHT und genetische Muster: Was sie für Haarausfall bedeuten

DHT entsteht aus Testosteron durch das Enzym 5-Alpha-Reduktase. Bei erblich empfindlichen Haarfollikeln verkürzt DHT die Wachstumsphase (Anagenphase), wodurch Haare dünner werden und mit der Zeit ausfallen. Diese Empfindlichkeit ist genetisch mitbestimmt: Betroffene haben keine „schwächeren“ Haare, sondern Follikel, die DHT stärker wahrnehmen. Zugleich gilt: Nicht jeder Haarausfall ist DHT-getrieben. Diffusem Haarausfall liegen häufig Faktoren wie Stress, Infekte, Schilddrüsenstörungen oder Nährstoffmängel zugrunde.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Für eine persönliche Einschätzung wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte Gesundheitsfachperson.

Vitaminmangel und Haarausfall: Zusammenhang erklärt

Haarwachstum ist energie- und nährstoffintensiv. Fehlen essenzielle Bausteine, wechseln mehr Follikel vorzeitig in die Ruhephase. Häufig diskutiert werden Eisen (Ferritin), Vitamin D, Vitamin B12, Zink und Folsäure. Ein Defizit kann diffusen Haarausfall verstärken. Wichtig ist die Abklärung per Blutbild statt Selbstdiagnose. Denn Überdosierungen – etwa von Zink – können andere Nährstoffe verdrängen und das Problem verschlimmern. Bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) oder klassischem erblichen Muster spielt Vitaminmangel dagegen meist nur eine Nebenrolle.

Welche Vitamine unterstützen das Haar in der Schweiz?

Statt nach „besten“ Vitaminen zu suchen, entscheidet der individuelle Bedarf. In der Schweiz sind Präparate mit Eisen, Vitamin D, B12, Biotin oder Zink weit verbreitet. Biotinmangel ist selten, doch Eisenmangel – besonders bei menstruierenden Personen – kommt häufiger vor. Ohne nachgewiesenen Mangel ist eine ausgewogene Ernährung mit Protein, Omega‑3‑Fettsäuren, Obst, Gemüse und Vollkornprodukten in der Regel ausreichend. Wer supplementiert, sollte dies dosiert und ärztlich begleitet tun, insbesondere bei Eisen und Vitamin D. Bei erblich bedingtem Haarausfall ersetzen Vitamine keine gezielte Therapie, können aber das Haarwachstum unterstützen, wenn Defizite behoben werden.

Natürliche Behandlungen für Haarausfall

Natürliche Ansätze können das Gesamtkonzept ergänzen. Scalp‑Massage fördert die Durchblutung; kleine Studien zeigen mögliche Vorteile bei Dichte und Haardicke, die Evidenz ist jedoch begrenzt. Koffein‑Shampoos, Kürbiskernöl oder Sägepalme (Serenoa repens) werden als milde 5‑Alpha‑Reduktase‑Hemmer diskutiert, die Datenlage bleibt heterogen. Eine protein- und mikronährstoffreiche Ernährung, Stressmanagement, ausreichend Schlaf und Raucherentwöhnung unterstützen die Follikelfunktion. Microneedling kann die Wirksamkeit topischer Mittel verbessern, gehört aber in geschulte Hände, um Infektionen und Narben zu vermeiden. Natürliche Methoden ersetzen keine medizinische Behandlung bei fortschreitendem erblichen Haarausfall, können aber zur Stabilisierung beitragen.

Haarausfall bei Frauen: Ursachen und Lösungen

Bei Frauen zeigt sich androgenetischer Haarausfall meist als Ausdünnung am Scheitel, die Stirn-Haarlinie bleibt oft erhalten. Auslöser können neben Genetik und DHT hormonelle Umstellungen (z. B. Postpartum), PCOS, Schilddrüsenstörungen oder Eisenmangel sein. Diagnostisch wichtig sind Anamnese, Familiengeschichte, Laborwerte und ggf. Trichoskopie. Therapeutisch kommen je nach Ursache topische Lösungen, Ausgleich von Nährstoffdefiziten, ärztlich verordnete Antiandrogene oder Verfahren wie PRP infrage. Sanfte Frisiertechniken, Verdichtungen und korrekt gesetzte Tönungen können das Erscheinungsbild verbessern. Eine fundierte Diagnose ist entscheidend, damit DHT‑gerichtete Therapien nicht dort eingesetzt werden, wo andere Faktoren dominieren.

Moderne Therapien gegen Haarausfall in Schweizer Kliniken

Moderne Optionen reichen von etablierten bis zu innovativen Verfahren. Topische Minoxidil‑Lösungen können die Anagenphase verlängern; orale Medikamente, die auf DHT zielen, kommen bei ausgewählten Patientengruppen nach ärztlicher Beurteilung in Betracht. Platelet‑Rich Plasma (PRP) nutzt körpereigene Wachstumsfaktoren und wird in Zyklen injiziert; die Evidenz zeigt bei androgenetischem Haarausfall teils positive Effekte, Ergebnisse variieren. Low‑Level‑Laser‑Therapie (LLLT) ist eine nichtinvasive Ergänzung mit zunehmender Datenlage. Bei fortgeschrittenem Ausfall bietet die Haartransplantation (meist FUE) eine dauerhafte Umverteilung von resistenten Haaren aus dem Spenderareal. Für nicht‑androgenetische Formen wie Alopecia areata existieren immunmodulatorische Strategien, die individuell geprüft werden.

Ausgewählte Anlaufstellen in der Schweiz:


Provider Name Services Offered Key Features/Benefits
Universitätsspital Zürich (USZ), Dermatologie Abklärung von Haar- und Kopfhauterkrankungen, evidenzbasierte medizinische Therapie Universitäre Sprechstunde, interdisziplinäre Abklärung, moderne Diagnostik
Inselspital Bern, Universitätsklinik für Dermatologie Diagnostik und Behandlung von Haarausfall, Labor- und Trichoskopie Breites Spektrum dermatologischer Expertise, Leitlinien-orientierte Therapie
Hôpitaux Universitaires de Genève (HUG), Dermatologie Evaluation und Management von Haarerkrankungen Spitalverbund, Mehrsprachigkeit, spezialisierte Konsultationen
Universitätsspital Basel, Dermatologie Diagnostik, konservative Therapien, Verlaufskontrollen Universitäres Setting, koordinierte Betreuung, evidenzbasierte Verfahren
HAIR & SKIN (mehrere Standorte) FUE-Haartransplantation, PRP-Behandlungen Spezialisierte Haarchirurgie und Regeneration, schweizweites Filialnetz

Fazit: DHT, Gene und der richtige Mix an Massnahmen

Erblicher Haarausfall entsteht durch das Zusammenspiel aus DHT und genetischer Empfindlichkeit der Follikel. Eine seriöse Abklärung hilft, DHT‑getriebene Muster von anderen Formen zu unterscheiden. Nährstoffdefizite sollten gezielt korrigiert werden, während natürliche Methoden und Lebensstilfaktoren das Umfeld für Haarwachstum verbessern. Moderne Therapien – von Minoxidil über PRP bis zur Transplantation – können in der Schweiz individuell kombiniert werden. Entscheidend ist eine realistische Erwartungshaltung und eine Behandlung, die zur Ursache, zum Stadium und zu persönlichen Prioritäten passt.