Arthrose behandeln: Tabletten oder Salben sinnvoll kombinieren

Bei Arthrose stehen oft zwei Wege der Schmerzlinderung im Vordergrund: Tabletten, die im ganzen Körper wirken, und Salben oder Cremes, die gezielt am betroffenen Gelenk angewendet werden. Wer die Unterschiede, Grenzen und Kombinationsmöglichkeiten kennt, kann die Behandlung besser an Beschwerden, Alltag und Verträglichkeit anpassen.

Arthrose behandeln: Tabletten oder Salben sinnvoll kombinieren

Arthrose behandeln: Tabletten oder Salben sinnvoll kombinieren

Wenn Gelenke bei Bewegung schmerzen, morgens steif sind oder nach Belastung anschwellen, stellt sich schnell die Frage nach der passenden Linderung. In der Praxis wird häufig zwischen systemischen Medikamenten als Tabletten und lokalen Präparaten wie Cremes oder Salben unterschieden. Welche Option sinnvoll ist, hängt unter anderem von Schmerzstärke, betroffenen Gelenken, Begleiterkrankungen und der Verträglichkeit ab.

Arthrose in Deutschland: Zahlen, Fakten & Auswirkungen

Arthrose gehört in Deutschland zu den häufigsten Ursachen für chronische Gelenkbeschwerden. Typisch betroffen sind Knie, Hüfte, Hände und Wirbelsäule, oft mit einem Verlauf über Jahre. Für viele Betroffene bedeutet das nicht nur Schmerz, sondern auch Einschränkungen bei Arbeit, Haushalt, Sport und Schlaf. Zusätzlich kann Schonhaltung weitere Probleme fördern, etwa Muskelabbau oder eine geringere Ausdauer. Wichtig ist daher, Arthrose nicht nur als „Verschleiß“ zu betrachten, sondern als multifaktorielles Geschehen, bei dem Schmerzverarbeitung, Entzündungsanteile, Belastung, Gewicht, Muskulatur und Bewegungsgewohnheiten zusammenspielen.

Tabletten bei Arthrose: Wirkstoffe, Vorteile & wann sinnvoll

Tabletten werden meist eingesetzt, wenn Schmerzen stärker sind, mehrere Gelenke betroffen sind oder eine lokale Behandlung nicht ausreicht. Häufig verwendete Wirkstoffgruppen sind Paracetamol (je nach individueller Situation), nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen sowie in bestimmten Fällen weitere ärztlich verordnete Schmerzmittel. Der Vorteil: Systemische Medikamente können auch tieferliegende Strukturen erreichen und sind praktikabel, wenn Beschwerden „wandern“ oder mehrere Regionen gleichzeitig schmerzen. Die Kehrseite: NSAR können Magen-Darm-Trakt, Blutdruck, Nieren und Herz-Kreislauf-System belasten; Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind möglich. Deshalb gilt häufig das Prinzip: so kurz wie möglich, so niedrig dosiert wie nötig und mit ärztlicher Abklärung, besonders bei Vorerkrankungen.

Cremes & Salben: Effektive lokale Schmerztherapie

Cremes, Gele und Salben zielen auf eine lokale Schmerztherapie bei Arthrose ab, häufig mit NSAR-haltigen Wirkstoffen (z. B. Diclofenac oder Ibuprofen) oder mit äußerlich angewendeten, wärmenden bzw. kühlenden Komponenten. Sie sind besonders dann interessant, wenn ein einzelnes Gelenk im Vordergrund steht (zum Beispiel Knie oder Finger) und wenn man systemische Nebenwirkungen möglichst reduzieren möchte. Lokal angewendete NSAR können bei oberflächlicheren Gelenken eine spürbare Linderung bringen, weil der Wirkstoff in das Gewebe rund um das Gelenk eindringt. Grenzen zeigen sich bei sehr tief liegenden Gelenken oder wenn der Schmerz eher aus der Umgebung (Muskeln, Sehnenansätze) stammt. Wichtig ist außerdem die korrekte Anwendung: ausreichende Menge, regelmäßiges Auftragen, Einwirkzeit und das Beachten von Hautreaktionen.

Tabletten oder Salben – wie fällt die Wahl der Therapie?

Die Wahl der Therapie richtet sich weniger nach „entweder-oder“ als nach dem individuellen Nutzen-Risiko-Profil. Lokale Präparate eignen sich oft bei leichter bis moderater, klar lokalisierter Symptomatik und wenn man Risiken einer systemischen Einnahme vermeiden will. Tabletten kommen eher in Betracht bei stärkerem Schmerz, nächtlichen Beschwerden, mehreren betroffenen Gelenken oder wenn lokale Maßnahmen nicht ausreichend wirken. Häufig ist eine Kombination sinnvoll: zum Beispiel eine zeitlich begrenzte Tabletteneinnahme in einer akuten Schmerzphase plus begleitend ein Gel am Hauptgelenk. Dabei sollte man Doppelbelastungen vermeiden: Wer bereits ein NSAR als Tablette einnimmt, sollte die zusätzliche NSAR-haltige Salbe nur nach Rücksprache nutzen, weil sich die Gesamtbelastung erhöhen kann.

Ihre individuelle Arthrose-Therapie: Wege zur Linderung

Eine wirksame Arthrose-Therapie umfasst mehr als Medikamente. Bewegungstherapie und gezieltes Muskeltraining stabilisieren das Gelenk, verbessern die Funktion und können Schmerzen langfristig reduzieren. Bei Knie- und Hüftarthrose sind kräftige Oberschenkel- und Gesäßmuskeln besonders relevant; bei Handarthrose helfen häufig Übungen für Griffkraft und Beweglichkeit. Gewichtsmanagement kann die Belastung tragender Gelenke senken, während Physio- oder Ergotherapie alltagsnahe Strategien vermittelt. Ergänzend können Hilfsmittel (Bandagen, Einlagen, Gehstützen) die Lastverteilung verbessern. Wärme oder Kälte wird individuell als angenehm erlebt: Wärme entspannt Muskulatur, Kälte kann bei Reizzuständen entlasten. Wenn Schmerzen trotz konsequenter Basismaßnahmen anhalten oder zunehmen, ist eine ärztliche Abklärung wichtig, um Entzündungsphasen, Fehlstellungen oder andere Ursachen mitzudenken.

Im Ergebnis ist die Kombination aus Tabletten und Salben bei Arthrose häufig dann sinnvoll, wenn sie gezielt und zeitlich passend eingesetzt wird: lokal, wenn ein Gelenk klar im Vordergrund steht, systemisch, wenn die Beschwerden intensiver oder ausgedehnter sind. Entscheidend ist, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen im Blick zu behalten und die medikamentöse Linderung mit Bewegung, Training und alltagstauglichen Maßnahmen zu verbinden.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und sollte nicht als medizinischer Rat verstanden werden. Bitte konsultieren Sie eine qualifizierte medizinische Fachkraft für eine persönliche Beratung und Behandlung.